FAQ Garnelen

zurück zur Startseite


Einrichtung und Pflege:

Zwerggarnelen bleiben klein und eignen sich bereits für Behälter ab zehn Liter Volumen. Solche Becken sind allerdings schwieriger zu pflegen und sollten erfahrenen Aquarianern vorbehalten bleiben. Ein "normales" Garnelenaquarium hat circa 50 Liter und läuft stabiler. Damit die neugeborenen Garnelen nicht im Filter verenden,  müssen Sie den Filtereingang Garnelensicher machen (Vorfilter aus Schaumstoff). Häufig werden spezielle Garnelenaquarien mit Hamburger Mattenfiltern betrieben.
Das Garnelenbecken bitte gut abdichten. Besonders bei Neubesatz könnten die Tiere versuchen, aus dem Becken zu entkommen. Öffnungen in der Abdeckung können Sie mit Filterwatte verschließen.
Eine dichte Bepflanzung ist Pflicht. Moosarten sind nach unserer Erfahrung besonders empfehlenswert. Die Garnelen beschäftigen sich den ganzen Tag damit diese nach Nahrung durchzukämmen. Als Bepflanzung für kleine Aquarien eignen sich anspruchslosere gut zu kultivierende Sorten (siehe unter Pflanzen). Weiterhin können Sie das Aquarium mit einigen dekorativen Stücken Holz dekorieren. Getrocknetes Buchen- oder Eichenlaub, sowie Seemandelbaumblätter verbessert das Wohlbefinden und beugen Häutungsproblemen vor. Als Bodengrund reicht normaler Aquarienkies mit einer Körnung von 1-3 Millimeter. Für gutes Pflanzenwachstum muss genügend Licht vorhanden sein. Meistens sind die kleinen Aquarien lediglich mit einem Leuchtbalken ausgestattet. Gerade während der Einlaufphase, wenn das Holz noch viele Gerbstoffe abgibt, kann man mit Reflektoren die Lichtausbeute kostengünstig erhöhen. Eine CO²-Zugabe fördert das Pflanzenwachstum, ist aber erst bei größeren Becken sinnvoll, da eine vernünftige Anlage verhältnismäßig teuer ist. Sie sollten bei der CO²-Zugabe unbedingt auf einen stabilen PH-Wert achten. Flüssigdünger beeinflussen das Pflanzenwachstum ebenfalls positiv. Achten Sie bitte auf eine Verträglichkeit mit wirbellosen Tieren. Eine Wassertemperatur von 20-23°C ist den meisten Garnelen angenehm, es gibt aber auch Arten die höhere Temperaturen benötigen. Bitte informieren Sie sich vor dem Kauf von Zwerggarnelen ausgiebig über deren Bedürfnisse! Regelmäßiger Wasserwechsel ist ebenfalls wichtig. Wasserwechsel regen zur Häutung an und bringen benötigte unverbrauchte Stoffe ins Aquarium. Empfehlenswert ist ein Wasserchsel von circa 20% wöchentlich. Weiterhin ist für eine ausreichende Umwälzung des Wassers (Filterauslauf) zu sorgen. Das ist insbesondere bei Fächergarnelen zwecks Nahrungsaufnahme nötig.


Fortpflanzung + Geschlechtsunterschiede:

Man unterscheidet zwischen einfachen und spezialisierten Fortpflanzungstyp. Im Regelfall produzieren Tiere des einfachen Fortpflanzungstyps viele Eier, welche nach der Abgabe mit der Strömung ins Brack- beziehungsweise Salzwasser getrieben werden. Es gibt aber auch Arten des einfachen Typs, welche die Fortpflanzung komplett im Süßwasser abschließen. Ich möchte hier auf Arten eingehen, welche die gesamte Entwicklung im Süßwasser vollziehen. Als Startpopulation für eine erfolgreiche Zucht sind mindestens 10-20 Tiere zu besetzen. So ist eine genügende Anzahl beider Geschlechter gewährleistet. Die Fortpflanzung findet bei Zwerggarnelen nach der Häutung statt. Die Produktivität hängt sowohl von der Art, als auch von den Haltungsbedingungen ab. Die Tragzeit beträgt im Schnitt 3-4 Wochen. Nach 3-6 Wochen (häufig früher) können die weiblichen Tiere bereits wieder Eier tragen. Die Geschlechter sind artspezifisch nicht einfach festzustellen, es sei denn es handelt sich um ein Weibchen mit Eiern in der Bauchgegend. Manche Arten sind nach der Farbgebung unterscheidbar. Männliche Fire-Zwerggarnelen sind in der Regel farbloser als die Weibchen. Die Weibchen sind in der Regel größer und fülliger. Weiterhin haben die Weibchen mancher Arten einen so genannten Eifleck in der Nackengegend. Es handelt sich hierbei um noch unbefruchtete Eier.

Ernährung:

Bieten Sie generell möglichst abwechslungsreiche Kost an. Hauptsächlich werden Fertigfuttersorten in Granult- oder Tablettenform verabreicht. Das Futter sollte qualitativ hochwertig sein und möglichst auch Bestandteile an Algen oder Pflanzen enthalten. Besonders bei farbenprächtigen Arten kann ein carotinhaltiges Futter die Farben verstärken. Frisches Gemüse, frei von chemischen Substanzen, nehmen die Tiere gerne an. Weiterhin können Sie dem Speiseplan mit Frostfutter wie schwarze Mückenlarven oder Artemia aufwerten. Frostfutter sollten Sie allerdings nicht zu häufig geben. Tierische Proteine fördern zwar das Wachstum, entsprechen aber nicht der Hauptnahrung der Tiere und verursachen Probleme. Verwenden Sie Seemandelbaumblätter, Buchen- und Eichenlaub vorbeugend bei Häutungsproblemen. Empfehlenswert sind die von renommierten Firmen angebotenen Sorten Garnelenfutter.
Natürlich darf man den praktischen Punkt der Ernährung nicht verschweigen, denn Zwerggarnelen sind gute Algenfresser. Die Tiere fressen nur junge Algen, also wird sich in einem stark veralgten Aquarium durch Garnelenbesatz nicht viel ändern. Gerade für junge Zwerggarnelen ist eine gute Versorgung wichtig.


Krankheiten + Risiken:

Wirbellose reagieren empfindlich auf Schwermetallverbindungen. Besonders Kupfer hat selbst in kleinsten Mengen sehr schwere Auswirkungen. Beim Wasserwechsel lassen Sie besser erst das abgestandene Wasser in der Leitung ablaufen. Vorsicht bei Medikamenten! Sollten die Fische mal erkranken, ist eine Behandlung für die Garnelen gefährlich. Heilmittel enthalten oftmals schädliche Substanzen wie Kupfer. Die Packungsbeilage liefert detaillierte Informationen über enthaltene Substanzen. Neu eingebrachte Aquarienpflanzen können Pflanzenschutzmittel enthalten Sollten Zwerggarnelen ungewohnt aktiv sein, liegt es an schlechtem Wasser, oder nur an der Paarungsbereitschaft. Die Tiere können auch aus dem Wasser springen, wenn mit dem Wasser etwas nicht in Ordnung ist oder sie verschreckt wurden (Aquarium abdichten). Nashorngarnelen und Amanogarnelen können gut springen.
Das Einsetzen von Garnelen ist dauert länger als bei Fischen da die Tiere wesentlich langsamer an die veränderten Wasserwerte angepasst werden müssen. Planen Sie zwischen 1,5-3 Stunden dafür ein. In dieser Zeit wird Wasser in kleinen Mengen dem Transportwasser zugefügt. Je verschiedener die Wasserwerte, desto langsamer erfolgt die Angleichung.
Ein Technikausfall ist in der Regel selten, kann allerdings vernichtende Auswirkungen haben. Läuft der Filter nicht mehr, kann Sauerstoffmangel auftreten. Durch Fäulnis wird der Sauerstoffgehalt weiter drastisch reduziert. Bereits tote Tiere beschleunigen diesen Prozess und es besteht akuter Handlungsbedarf. Leider erkennt man dieses Problem nicht immer schnell genug.


Vergesellschaftung:

Zwerggarnelen sind nicht mit unruhigen und/oder größeren Fischen zu vergesellschaften. Amanogarnelen kommen mit etwas größeren Fischen klar, sofern diese nicht aggressiv sind, oder sie als Futter ansehen. Kleinere Arten wie beispielsweise Bienengarnelen fühlen sich mit kleinen friedlichen Schwarmfischen oder Ancistrusarten wohl. Wir empfehlen Ihnen Welse der Gattung Otocinclus. Zwerggarnelen werden bei aufdringlichen Fischen scheu und ziehen sich in Verstecke zurück. 
Bestimmte Garnelenarten kreuzen sich untereinander. Sofern nicht ein bestimmtes Zuchtziel anzustreben ist, vermeiden Sie das besser. Mit Kenntnissen der Genetik züchten fortgeschrittene Aquarianer neue Farb- oder Zeichnungsmuster heraus.



zurück zur Startseite

 

 
* inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten