Krebse
Haltung + Einrichtung
Krebse können je nach Art eine Länge von ca. 3-30 cm erreichen. Kleine, untereinander friedliche Arten, kann man paarweise im Artenbecken ab 10 Liter halten, während die großen Arten Behälter ab 1m Länge aufwärts benötigen können. Es eignet sich Kies oder Sand als Bodengrund. Größere Arten kann man auch gut in Barschbecken halten sind. Viele Arten, wie z.B. der amerikanische Sumpfkrebs, haben eine Vorliebe für unsere Aquarienpflanzen. Wer also sein schönes Pflanzenbecken behalten möchte, sollte das berücksichtigen. Weiterhin muss man auf eine feste Konstruktion der Einrichtung achten (evtl. mit Silikon gegen verrutschen sichern). Einige größere Arten gestalten nämlich das Aquarium gerne nach Ihren eigenen Wünschen.
Die kleineren Arten wie z.B. aus der Gattung Cambarellus sind da schon weniger problematisch. Wichtig sind Rückzugsmöglichleiten in Form von Höhlen, wobei immer mehr Höhlen als Tiere angeboten werden. Eine teilweise dichte Bepflanzung, sowie kleinere Steine oder Holzstücke haben sich als Sichtschutz oder Revierabgrenzung bewährt. Krebse sind meist untereinander mehr oder weniger aggressiv. Dies kann nur innerartlich unter Männchen, als auch generell gelten. Außerdem sind Krebse schon mal recht scheu, bzw. nachtaktiv und deswegen für Ihr Wohlbefinden auf Verstecke angewiesen. Eine Überbesetzung kann leicht zu Kannibalismus führen.
Die Technik des Aquariums sollte einem normalen Fischbecken entsprechen, wobei auf eine ausreichende Sauerstoffzufuhr zu achten ist. Die meisten der bei uns gepflegten Krebse kommen aus Australien und Nordamerika. Eine Wassertemperatur von ca. 24°C wird für die meisten Arten zuträglich sein. Bezüglich der Wasserwerte sind Krebse in der Regel recht tolerant. Natürlich ist auch hier sauberes schadstofffreies Wasser, ebenso wie regelmäßige Wasserwechsel Pflicht.
Häutung
Zur Häutung zieht sich der Krebs in seinem Versteck zurück und verbleibt dort bis zur Aushärtung des neuen Panzers. Die Häutung ist ein wichtiger und anstrengender Prozess, in der der Krebs wächst, bzw. seine Gliedmaßen erneuert. Eichenlaub soll Stoffe enthalten, welche die Tiere zur Häutung benötigen. Ebenso sollte hierfür das Wasser genügend Härte enthalten. Gerade in der ersten Lebenszeit häuten sich die Krebse sehr oft, im Gegensatz zum fortschreitenden Alter.
Geschlechtsunterschiede
Zur Unterscheidung der Geschlechter muss man die Tiere in der Rückenlage betrachten. Die Männchen haben zwischen den Schreitbeinen Begattungsgriffel, welche bei den Weibchen fehlen. Je nach Gattung sind diese Unterschiede etwas anders gestaltet. Vereinfacht kann man sagen, dass innerhalb der gleichen Art die oben genannte Körperpartie bei einem Paar unterschiedlich aussehen muss.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung findet in der Regel einige Tage nach der Häutung statt.
Die Paarung wird je nach Art durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst. Zum Beispiel bei den Gattungen Cambarus oder Orconectes geschieht dies nur 1-2 Mal im Jahr, ausgelöst durch ein deutliches Absinken der Temperatur von mehreren Wochen. Nach einer Temperaturerhöhung schreiten die Tiere dann zur Fortpflanzung.
Das Krebsmännchen dreht das Weibchen für die Paarung auf den Rücken. Während der Tragzeit hält das Weibchen die Eier mit Ihren Schwimmbeinen, und nach durchschnittlich 2-3 Wochen Tragzeit schlüpfen die Jungtiere.
Ernährung
Krebse sind Allesfresser und in freier Natur als Müllabfuhr im Einsatz.
Eine abwechslungsreiche artspezifische Ernährung ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Haltung und Zucht. Die Hauptnahrung im Aquarium besteht aus handelsüblichem Fischfutter, als auch spezielles Krebsfutter.
Da einige Arten nachtaktiv veranlagt sind, sollte man dies berücksichtigen, und auch Futter nach dem Ausschalten der Aquarienbeleuchtung verabreichen. Eine gezielte Fütterung vor den Verstecken der Tiere kann versucht werden.
Eine Zusatzfütterung mit getrocknetem Laub von Seemandel, Eiche oder Buche ist sehr empfehlenswert.
Um eine ausreichende Versorgung der Tiere zu gewährleisten, muss man sich umfassend über die Bedürfnisse der gepflegten Arten informieren.
Krankheiten
Krebse sind recht robuste Tiere. Empfindlich sind sie allerdings bei Schwermetallverbindungen und Häutungsproblemen.
Sommerliche Temperaturen können Kaltwasserarten gefährlich werden. Besonders einige nordamerikanische Arten reagieren empfindlich auf länger andauernde hohe Temperaturen.
Altes, braunes Laub von Eiche oder Buche beugt Mangelerscheinungen vor.
Viren, Egel, Pilze, Parasiten und andere Unannehmlichkeiten können für den Tod der Tiere verantwortlich sein. Leider sind viele Krankheiten noch wenig erforscht und eine medikamentöse Behandlung schwierig. Glücklicherweise gibt es diesbezüglich meistens keine Probleme, sofern für gute Umweltbedingungen gesorgt wird.
Vergesellschaftung
Kleine Spezies können von Fischen gefressen werden, während größere Krebse auch Fische fressen. Hier muss man sich über die jeweilige Art genau informieren. Die Haltung mit Garnelen ist meistens unproblematisch.
Manche Krebse sind generell oder auch nur innerartlich aggressiv. Sofern genügend Platz und Verstecke vorhanden sind, lassen sich Probleme vermeiden.